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Kosmetik - Wissenswertes zusammengefasst

 

Schon gewusst?

  • Im Jahr 2021 haben die Menschen in Deutschland zirka 15.000.000.000 € für Kosmetik- und Körperpflegeprodukte ausgegeben und die Branche hofft auf weitere Steigerung. Klar, je mehr Produkte wir verwenden, desto mehr Umsatz wird gemacht.

  • Oftmals dosieren wir die Produkte über – die Werbung macht uns beispielsweise vor, wie sehr ein Shampoo schäumen muss. Dabei ist dies zur reinigenden Wirkung überhaupt nicht notwendig.

  • Zum Rasieren beispielsweise ist Seife das Mittel der Wahl. Schaum und Gel verbinden sich zusammen mit den Haaren zu einer festen Masse, die die Klinge verstopft. Die Hersteller von Einweg-Klingen freuen sich: wir müssen doppelt so oft Klinge wechseln.

  • Sheabutter als Handcreme, Kokosöl als Haarkur: oft reicht das pure Naturprodukt.

  • Kalkuliert: In einem Workshop habe ich die Teilnehmer gefragt, wieviel Shampoo die Mitglieder ihres Haushalts durchschnittlich pro Jahr benötigen. Wir sind auf einen gemeinsamen Mittelwert von 1,5 Litern gekommen:

  • Davon ausgehend, dass das Shampoo in 300 ml Flaschen abgefüllt ist und jede Packung ein Leergewicht von 35 Gramm hat (eigene Schätzung), kommen wir auf 175 Gramm Plastik pro Person und Jahr. Bei 80 Millionen haarewaschenden Menschen in Deutschland macht dies 14 Millionen Tonnen Plastikmüll für saubere Haare.

  • Besser sind (in dieser Reihenfolge): Nachfüllpacks, Nachfüllen im Unverpackt-Laden und die Benutzung von festem Shampoo oder Haarseife.

  • Pro Jahr spülen wir durch das Benutzen von Kosmetik 922 Tonnen Mikroplastik und 23.700 Tonnen (!) flüssige Polymere in unsere Umwelt. Die festen Teilchen werden z.B. als Peelingpartikel verwendet, die flüssigen oder gelartigen Polymere fungieren als Filmbildner, Fixierer oder Viskositätsregler.

  • Auch, wenn die wasserlöslichen Polymere laut Industrieverband Körperpflege und Waschmittel „…nicht toxisch sind und überwiegend in Kläranlagen herausgefiltert werden“, stellt sich natürlich die Frage, was a) überwiegend bedeutet und b) mit dem Klärschlamm passiert – denn der landet leider oft auf unseren Feldern.

 

Der einfachste Tipp: wer zertifizierte Naturkosmetik verwendet, kann sich sicher sein, diese Inhaltsstoffe auszuschließen.

 

Apropos Inhaltsstoffe: Wir haben uns mal die Mühe gemacht, und unser festes Shampoo von Rosenrot Naturkosmetik mit einem konventionellen flüssigen Shampoo aus der Drogerie verglichen:

 

 

 

 

INCI, ist die Abkürzung für "International Nomenclature Cosmetic Ingredients" (auf Deutsch: Internationale Nomenklatur für kosmetische Inhaltsstoffe).

 

Es handelt sich um eine EU-weit geltende Richtlinie zur Rohstoff-Bezeichnung in kosmetischen Produkten. Die INCI-Angaben müssen auf jedem Produkt bzw. seiner Verpackung stehen. Alle enthaltenen Inhaltsstoffe werden in der Reihenfolge ihres prozentualen Gewichtsanteils am Gesamtprodukt aufgelistet – Farbstoffen werden Index-Nummern mit dem Kürzel "Cl" zugeordnet, Duftstoffe werden als "Parfum" geführt.

 

 

 

Beispiel: Festes Shampoo Rosenrot:

 

  • Sodium Coco Sulfate: Tensid aus Kokosöl – ein Tensid bewirkt, dass sich Wasser und Öle / Fette verbinden können und ist somit der reinigende Inhaltsstoff

  • Kaolin: weiße Tonerde, hat den „Löschblatt-Effekt“

  • Cocos Nucifera Oil: Kokosöl als pflegende Substanz

  • Citric Acid: Zitronensäure als Konservierungsmittel

  • Cetearyl Alcohol: hat nichts mit Alkohol zu tun. Die kleinen, weißen Plättchen kommen natürlicherweise in Pflanzenölen vor. Der Stoff ist konsistenzgebend.

  • Parfum: je weniger davon in einem Produkt ist, desto besser.

  • Inulin: pflanzlicher Feuchthaltestoff auf Zuckerbasis, der die Haut vor Austrocknung schützt und ein angenehm glattes Hautgefühl verleiht.

  • Simmondsia Chinensis Seed Oil: Jojobaöl als pflegende Substanz

  • Coco-Caprylate: Kokosfett-Alkohol als natürliche Alternative zu Silikonen

  • Brassica Oleracea Italica Seed Oil: Brokkoli-Samen-Öl als beruhigender Inhaltsstoff

  • Limonene: natürlicher Duftstoff aus z.B. Zitrusfrüchten

  • Distearoylethyl Dimonium Chloride: wirkt antistatisch

  • Myristyl Alcohol: ein Fettalkohol, der als Emulgator wirkt

  • Aqua: Wasser 😊

  • Theobroma Cacao Seed Powder: Stark entöltes Kakaopulver, pflegend und duftend

  • Pentylene Glycol: Alkohol der als Konservierungsstoff wirkt.

  • Glycerin: unbedenklicher Alkohol, der pflegend wirkt und Austrocknung der Haut entgegen wirkt

  • Heliantus Annuus Hybrid Oil: Sonnenblumenöl

  • Lecithin: Fett aus pflanzlicher (generell auch tierischer) Zellmembran, wirkt rückfettend

  • Linalool: natürlicher Duftstoff

  • Tocopherol: Vitamin E, antioxidativ

  • Eugenol: Gewürznelkenöl als Duftstoff

  • Glyceril Caprylate: Emulgator pflanzlichen Ursprungs

  • Magnolia Officinalis Bark Extract: Extrakt aus der Magnolie, antibakterielle und antioxidative Wirkung

  • Juglans Regia Seed Extract: Walnusskernöl

 

 

 

Zum Vergleich: Flüssigshampoo aus der Drogerie:

 

  • Aqua: Wasser

  • Sodium Laureth Sulfate: Tensid aus Palmöl

  • Sodium Citrate: Natriumsalz der Zitronensäure, wirkt als ph-Wert-Regulierer

  • Cocamidopropyl Betaine: Tensid aus Kokosfett, das auch als Schaumbildner fungiert.

  • Sodium Xylenesulfonate: Synthetisches Tensid, gilt als leicht bedenklich

  • Stearyl alcohol: Fettalkohol unterschiedlichen Ursprungs (pflanzlich – leider gilt auch Erdöl als pflanzlich – oder tierisch)

  • Sodium Lauryl Sulfate: ein Tensid unbekannten Ursprungs

  • Sodium Chloride: Kochsalz (viskositätsregelnd, geruchsverbessernd,

  • Cetyl Alcohol: Fettalkohol

  • Parfum

  • Citric Acid: Zitronensäure

  • Sodium Benzoate: Salze der Benzoesäure (synthetisch hergestellt), konservierendgeruchsüberdeckend, schützt vor Korrision der Verpackung. Bedenklich, kann Allergien auslösen.

  • Polyquaternium-6: Polymer (=Mikro bzw. Nanoplastik und nicht abbaubar), wird als Pflegesubstanz eingesetzt.

  • Hydroxypropyl guar Hydroxypropyltrimonium Chloride: Ammoniumsalz auf Basis von modifiziertem Guarkernmehl

  • Tetrasodium EDTA: synthetisches Konservierungsmittel. Der Inhaltsstoff ist kein Problem für die menschliche Gesundheit, aber seine Auswirkungen auf die Umwelt sind katastrophal: Er ist nicht biologisch abbaubar und für die Natur äußerst schädlich. Die Kläranlagen halten ihn nicht zurück und lassen ihn in unsere Flüsse laufen

  • Sodium Hydroxid: „Ätznatron“, ph-Wert-stabilisierend, unbedenklich für Mensch und Natur

  • Trihydroxystearin: Fettalkohol unterschiedlichen Ursprungs, viskositätsregelnd

  • Panthenol: Provitamin B5, zellaufbauend

  • Panthenyl Ethyl Ether: syntetischer Wirkstoff, der antistatisch wirkt

  • Hexyl Cinnamal: Zimtöl als Duftstoff. Laut dem Deutschen Allergie- und Asthmabund gehört Hexyl Cinnamal zu den häufigsten Allergieauslösern unter den Duftstoffen.

  • Hydroxycitronellal: synthetischer Duftstoff

  • Histidine: Aminosäure, feuchtigkeitsbewahrend und pflegend

  • Magnesiumnitrate: mineralisch, macht das Haar leicht kämmbar, geschmeidig und glänzend

  • Methylchloroisothiazolinone: synthetisches Konservierungsmittel, welches in Europa nur dann erlaubt ist, wenn es mit Methylisothiazolinon in gespülten Produkten unter folgenden Bedingungen verwendet wird:
    0,0015% (eines 3: 1-Gemisches aus 5-Chlor-2-methylisothiazol-3 (2H) -on und 2-Methylisothiazol-3 (2H) -on)
    (???) Das Bundesumweltamt stuft MIT als Gefahrstoff ein!

  • Magnesium Chloride: unbedenklicher Hilfsstoff mineralischen Ursprungs

  • Methylisothiazolinone: synthetisches Konservierungsmittel, welches in „Leave-On“-Kosmetik verboten ist (gesundheitsschädlich!)

Und wer neugierig ist, findet auf der Seite vom BUND einen ganz coolen Einkaufsratgeber für Kosmetikprodukte.

 

Noch Fragen? Wir stehen Euch gerne persönlich oder per Email zur Verfügung.

 

 

 

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